• Isabel Rieger

2. Sei du SELBST in JEDER Lebensphase

Hallo ihr Lieben,


heute möchte ich vier weitere Beiträge mit Euch teilen, die mir im Rahmen von „Sei du Selbst in jeder Lebensphase“ zugesendet wurden. Alle Beiträge haben mich in ihrer Einzigartigkeit berührt und mir erneut zu verstehen gegeben:


Wir alle machen in der selben Krise unsere individuellen Erfahrungen.

Uns begegnen unterschiedlichste Herausforderungen – im Außen wie auch im Innen.

Wir entdecken Geschenke in verschiedensten Formen und haben unsere eigene Art und Weise, die gemachten Erfahrungen und gewonnenen Perspektiven in Worte zu kleiden.


Unsere Wahrnehmung und somit auch unsere Kommunikationsform, kann von unser mentalen oder auch emotionalen Ebene dominiert sein. Egal aus welcher Ebene heraus wir tendenziell agieren, gewinnen wir einen Überblick, wenn wir in die Beobachterperspektive gehen. Das passiert wenn wir uns einen Moment Zeit nehmen, uns in unserem fühlen, denken und handeln beobachten und uns damit erlauben, uns bewusst mit uns Selbst auseinander setzen.


Und so zeigt sich der gemeinsame Nenner, die Essenz, aller Berichte: Die Fähigkeit sich Selbst in den eigenen Prozessen zu beobachten. Und damit wird in allen Berichten klar: Auch wenn unsere Bewegungsfreiheit im Außen minimiert ist, lässt sich auch in dieser Lebenssituation, Bewegung und Entwicklung im Innen generieren.


Ich lasse die einzelnen Berichte in diesem Blogartikel ungekürzt und unkommentiert, damit Raum für Eigenprozess beim Lesen entstehen kann.


Ich danke Luzy, Maria, Paul und Lea fürs Teilen ihrer Worte und allem, was diese Worte überbringen.


Weiterhin möchte ich alle Lesenden ermutigen, die eigenen Prozesse & Erfahrungen zu teilen:)


Eure Isabel

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Von Luzy:

1. „Was hast Du neu erlernt?“

Börse, Aktien, ETFs usw. - das ist gerade eh mein Thema, aber jetzt habe ich natürlich geballt viel mehr Zeit.


2. „Es sind die kleinen Dinge im Leben … Was ist Dir Schönes aufgefallen, was hat Dich zum Lachen gebracht, was hat Dich dankbar gemacht?“

- Mir ist aufgefallen, dass die Leute gerade alle netter und freundlicher zueinander sind. Es wird sich auf der Straße mehr angelächelt, Instagram ist full of love und "aufeinander-aufpassen". - meine WG ist toll - Für mein Studium habe ich mir den Modulplan für den Bachelor erstellt und mich richtig auf die Module und Inhalte gefreut.


3. „Hast Du geliebten Menschen, mit denen Du schon lange keinen Kontakt gehabt hast, einen Brief geschrieben oder sie angerufen?“

- jaa


4. „Hast Du besondere Wertschätzung für bestimmte Menschen oder Berufsgruppen empfunden?“

- Ja und dann habe ich mich aufgeregt, dass die immer noch so schlecht bezahlt werden.


5. „Gab es Momente, in denen Du Dich Dir Selbst besonders nah gefühlt hast, in denen Du den Eindruck hattest in Deiner inneren Mitte zu ruhen?“

- Ja, fast jeden Tag.


6. „Konntest Du neues Vertrauen in Deine Fähigkeiten entwickeln?“

- Ja, weil siehe 5. - Gestern hat mich ein Komilitone, der nebenbei gerade anfängt bei einer Finanzversicherungs/-beratungsfirma zu arbeiten, gefragt, ob er mit mir "üben" darf und mir das alles mal erklären kann. Hahaha I swear ich wusste oft besser bescheid als er...Punkt 1 mit der Börse hat also auch schon mal geklappt (und soo viel weiß ich ja da auch noch nicht).


7. „Hast Du eine besondere Verbindung zur Natur gespürt?“

Nö :D

- Luzy

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Von Maria:


Ich habe lange überlegt, was ich in meinen Bericht schreiben möchte, wie ich das, was ich fühle, in Worte fassen soll.

Die Frage, was ich im Hier und Jetzt fühle, hat mich dazu gebracht, mal wirklich nach innen zu schauen. Und da war einiges unsortiert. Wie in der Außenwelt herrschte auch das Chaos in mir, irgendwas zwischen Wut, Ignoranz und Widerstand, Unsicherheit und ein 'nicht wahrhaben wollen' waren präsent. Und WAS TUN? Ist das das fertige Ergebnis? Noch mal in mich gehen und genau hinhören. Leer. Still. Abwartend. Und plötzlich spürte ich die Traurigkeit in mir hochsteigen. Es war die Traurigkeit darüber, dass wir alle von einander getrennt wurden. Ich fragte mich, welche Trennungserfahrungen ich selbst schon mal erlebt habe und mir vielen Momente aus dem Kleinkindalter ein. Doch dann viel mir auch ein, dass es jedes Mal überwindbar war. Jedes Mal durfte ich lernen, dass meine Liebsten trotzdem da waren, dass auch andere Menschen zu wundervollen Bezugspersonen wurden und dass es immer möglich war, sich verbunden zu fühlen.

Und ich erkannte, dass die aktuelle Krise das Annehmen von dem, was ist, mir zum Geschenk macht. Und das Urvertrauen in mir weckt, dass das weltliche Geschehen, der irdische Rhythmus des Lebens von Tag und Nacht, Geburt und Tod, Gesundheit und Krankheit seinen vollkommenen, erfüllenden und immer wertvollen Sinn haben. Diese Krise zeigt mir, dass ich in der Lage bin, meine Mitmenschen zu wertschätzen, auch wenn wir verschiedener Meinungen sind und anzunehmen dass jede Person ihrer Wahrnehmung die Wahrheit zuschreiben darf, weil jedes Leben ist, wie es ist.

Wir sind jetzt hier und Teil des Ganzen, nicht weil wir bestraft werden, sondern weil wir beschenkt werden damit, erfahren zu dürfen, was uns und der Erde wahrhaftig gut tut. Und welche Gewohnheiten und Strukturen, die veraltet und verblasst sind, losgelassen und erneuert werden dürfen. Wir bekommen Zeit, uns zu erinnern und Neues zu schaffen. Und wir bekommen die Gelegenheit zu vergeben.

- Maria


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Von Paul:


Die aktuelle pandemische Ausbreitung eines tödlichen Virus nimmt filmreife Ausmaße an. Während Volkswirtschaften lahm gelegt werden, Unternehmen in die Knie gehen, High-Tech Labore auf allen Kontinenten einen Wettlauf der besten Wissenschaftler starten und Politiker ihre Macht mit drastischen Verordnungen demonstrieren wie selten vor, um unsere Freiheiten und Rechte zu beschränken, herrschen trotzdem Panik, Endzeitstimmung und allzu oft der Tod. Wer bin ich vor dieser dramatischen Kulisse Platz für mich einzunehmen oder sogar zu versuchen ihr etwas positives abzugewinnen, während Ärzte weltweit einen verzweifelten Kampf gegen das Unvermeidliche führen und ich nur auf der Couch liege und im Home Office arbeiten kann?

Doch vielleicht bin ich ihnen und nicht zuletzt auch mir genau das schuldig?! Und Optimismus gehört zu ja auch meinen Grundwerten, denn immer mahne ich meine Freunde und Familie, dass wir die Herausforderungen von Klimawandel, Migrationsbewegungen und Umweltverschmutzung doch auch nur angehen können, wenn wir optimistisch bleiben. Mit Fatalismus kann ich für meine 6-jähirge Schwester keine Zukunft sichern. Und für mich auch nicht.


Nun kommt bei mir leider dazu, dass ich erst kürzlich eine schwere Depression mit Panikattacken und einem Klinikaufenthalt überwunden habe, oder es zumindest gedacht habe. Ich bin zurück in die Arbeitswelt und habe auch angefangen wieder soziale Kontakte zu pflegen, mich sogar getraut jemanden neues kennen zu lernen. Die Selbstisolation macht viele dieser Entwicklungen teilweise rückgängig und lässt mir keine andere Wahl als mich wieder nur mit mir zu beschäftigen. Also wird mein tatsächlicher Fortschritt und die Entwicklung, die in mir stattgefunden hat, um äußere Einflüsse und Ablenkungen bereinigt und erlaubt mir sehen zu können, wie sehr ich mich getäuscht habe. Ich entdecke noch zu viele Muster der Krankheit, die zuvor von der Außenwelt überdeckt wurden. Dadurch hatte ich die aktive Arbeit an meinem Heilungsprozess zu früh zurück gefahren.

Diese Erkenntnis enttäuscht und schmerzt im ersten Augenblick natürlich etwas aber jetzt bin ich dankbar für sie. Ich sehe jetzt klarer. Auch bin ich dankbar dafür jetzt Zeit zu haben, mich wieder bewusst meiner Regeneration widmen zu können.


- Paul


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Von Lea: Soo also alles mal auf STOPP gedrückt - so fühlte es sich jedenfalls an als vor etwas mehr als zwei Wochen zuerst die Uni "abgesagt" wurden und dann Schritt für Schritt, alle anderen Veranstaltungen auch sowie das öffentliches Leben massiv eingeschränkt wurden. Ich will auf die Seite der Freude schauen also kommt hier meine von dir inspirierte Liste. Schon mal ein großes DANKE dafür!


"Was hast Du neu erlernt?"

Ich bin Studentin und so völlig ohne äußere Struktur war es eine Reise meine Zeit sinnvoll zu Strukturieren und mit den Medien die mir zur Verfügung stehen verantwortungsvoll umzugehen. Zeitmanagement im Sinn des Bewussten dem Leben entgegentreten auch wenn sich dieses in meinen vier Wänden abspielt war für mich eine großer Lerneffekt. Dazu kam die Akzeptanz darüber, dass meine Situation so ist wie sie ist und ich erst mal nicht viel daran ändern werde können, und damit wieder die Lernerfahrung, dass das was ich ändern kann meine Einstellung ist. Ich nehme mir gerade wieder viel Raum zu lernen Dinge selber zumachen und auf Konsum (abgesehen von Lebensmitteln hmm leeecker Essen) zu verzichten. Bisher sind das Dinge wie Hafermilch, Sauerteig, meine Sachen zu Flicken, ein Windspiel und mein Kopf ist angefüllt mit verschiedenen anderen Dingen.


"Es sind die kleinen Dinge im Leben … Was ist Dir Schönes aufgefallen, was hat Dich zum Lachen gebracht, was hat Dich dankbar gemacht?"

Kurz vor der Ausgangssperre habe ich mir noch einige neue Pflanzen besorgt, mich um diese zu kümmern ist ganz wunderbar und füllt mein Herz mit Freude. Die tragen noch weiter dazu bei,dass ich mich in meiner kleinen Höhle ganz wohl fühle. Und dann ganz oben immer all die wunderbaren Menschen um mich herum. Und mit Fremden ein Lächeln zu wechseln.


"Hast Du geliebten Menschen, mit denen Du schon lange keinen Kontakt gehabt hast, einen Brief geschrieben oder sie angerufen?"

Oh ja! :D <3


"Hast Du neue Dinge über Dich Selbst gelernt?"

Ich habe mich wieder spüren gelernt in Verbindung nur mit mir selber. Und dass geht wenn ich gewisse Zeit einfach mit mir bin.


"Hast Du mehr Bewusstsein für Dich, eigene Prozesse oder die Welt entwickeln können?"

Ich denke vielen geht es gerade so, dass wir wieder mal spüren dass wir in ein großes Ganzes eingewoben sind :)


"Gab es Momente, in denen Du Dich Dir Selbst besonders nah gefühlt hast, in denen Du den Eindruck hattest in Deiner inneren Mitte zu ruhen?"

Nachdem ich mich daran gewöhnt habe auf ein mal so viel alleine zu sein ja! immer wieder. Das kommt in ganz kleinen alltäglichen Momenten :)

"Konntest Du kreativ sein?"

Auch das kommt gerade vermehrt wieder hoch. Ich habe wieder angefangen zu schreiben :)


"Konntest Du neues Vertrauen in Deine Fähigkeiten entwickeln?"

Ich denke das war einer der größten Lernerfahrungen bisher. Ich muss nichts großartiges im Außen schaffen um Glücklich und Zufrieden sein zu können es hat ganz viel mit dem zu tun was in mir ist und wie ich mit mir selber umgehe :)

- Liebe und Grüße Lea


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